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07.10.2026
16:37 Uhr
KI-generiert

Kampf um Kupfer und Silber: Europa schaut nur zu!

Kampf um Kupfer und Silber: Europa schaut nur zu!
Symbolbild: KI-generiert

Rekord beim Kupfer, Halbierung beim Silber: An den Rohstoffmärkten herrscht Ausnahmezustand. Am 10. September kletterte der Dreimonatskontrakt für Kupfer an der Londoner Metallbörse LME auf 14.875 US-Dollar je Tonne, so hoch wie noch nie. Silber kostet dagegen nur noch rund 61 Dollar je Feinunze, nachdem es im Januar mit knapp 117 Dollar auf Schlusskursbasis seinen Höchststand erreicht hatte.

Hinter den wilden Ausschlägen steckt ein Machtkampf. Es geht um die Rohstoffe, ohne die weder Künstliche Intelligenz noch Energiewende funktionieren. Washington und Peking haben sich längst in Stellung gebracht. Und Brüssel?

Ohne diese zwei Metalle läuft gar nichts

Kupfer leitet Strom hervorragend und kostet dabei vergleichsweise wenig. Es steckt in Stromnetzen, Transformatoren, Motoren, Ladesäulen und in den riesigen Rechenzentren für KI-Anwendungen. Ein Elektroauto braucht ein Vielfaches des Kupfers, das in einem Verbrenner verbaut ist.

Silber leitet sogar noch besser als Kupfer, es ist das leitfähigste aller Metalle. In Solarzellen, Elektronik und Fahrzeugen lässt es sich deshalb kaum ersetzen. Laut dem World Silver Survey gingen 2025 rund 657 Millionen Unzen an die Industrie, das sind etwa 58 Prozent der Gesamtnachfrage. Allein für die Photovoltaik rechnet das Silver Institute 2026 mit rund 151 Millionen Unzen. Seit November 2025 stehen beide Metalle auf der US-Liste kritischer Rohstoffe.

Das sechste Defizitjahr in Folge

Für Silber meldet das Silver Institute für 2025 ein Defizit von 40,3 Millionen Unzen. Es war das fünfte Jahr in Folge. Für 2026 erwartet der Verband das sechste Defizit, diesmal 46,3 Millionen Unzen. Gemessen an einer Nachfrage von gut 1,1 Milliarden Unzen ist die Lücke zwar klein. Allerdings werden rund 70 Prozent des Silbers nur als Beiprodukt beim Abbau anderer Metalle gefördert. Steigende Preise führen deshalb kaum zu mehr Angebot.

Ein Wermutstropfen bleibt: Die Hersteller kommen mit immer weniger Silber aus, 2025 sank die industrielle Nachfrage um drei Prozent. Rechenzentren und Festkörperbatterien gelten als neue Wachstumsmärkte, belastbare Mengenangaben gibt es dafür aber noch nicht.

Die Minen kommen nicht hinterher

Beim Kupfer klemmt es vor allem in den Minen. Nach dem Schlammeinbruch in der indonesischen Grasberg-Mine im September 2025 fehlen dem Markt laut Benchmark Minerals bis Ende 2026 rund 590.000 Tonnen. Die weltweite Minenförderung ging im ersten Halbjahr um 1,1 Prozent zurück. Die Hütten verarbeiten Konzentrat für 2026 sogar zu einer Gebühr von null Dollar je Tonne. Deutlicher kann ein Markt kaum zeigen, wie knapp der Rohstoff ist.

Washington stockt auf, Peking kontrolliert

Die USA setzen auf Zölle, Vorräte und Bündnisse. Seit August 2025 erheben sie 50 Prozent Zoll auf Kupfer-Halbzeuge. Für raffiniertes Kupfer sind 15 Prozent ab 2027 und 30 Prozent ab 2028 vorgeschlagen, aber noch nicht beschlossen. Die Folge war ein Wettlauf ums Einlagern: Im August lagen an der Comex rund 675.000 Tonnen, ein Rekord. Dazu kommt der Rohstoffvorrat „Project Vault“ im Umfang von zwölf Milliarden Dollar.

China baut nur etwa ein Drittel der chilenischen Kupfermenge ab, verhüttet aber rund die Hälfte des Kupfers weltweit. Staatlich gestützte Hütten nehmen Konzentrat sogar ohne Gebühr an. Wer Silber ausführen will, braucht in China eine Lizenz. Und die chinesische Zentralbank kauft im großen Stil Gold.

Brüssel plant und plant

Europa fördert kaum Kupfer oder Silber und ist bei beiden Metallen vor allem Käufer. Die EU antwortet darauf mit dem Critical Raw Materials Act, nach dem kein Drittstaat mehr als 65 Prozent eines Rohstoffs liefern soll. Dazu kommen der Aktionsplan RESourceEU, Exportbeschränkungen für Magnetschrott und eine geplante Rohstoffgesellschaft. Das klingt nach viel Papier. Neue Minen und Hütten brauchen aber Jahre, und solange schaffen Washington und Peking die Fakten.

Für Anleger zeigt das vor allem eines: Wer die Verarbeitung, die Lager und die Lieferverträge kontrolliert, bestimmt die Regeln. Physisches Silber und Gold liegen dagegen im eigenen Tresor und hängen weder von Zollentscheidungen noch von Brüsseler Aktionsplänen ab. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie deshalb ein stabiler Anker sein, gerade wenn es an den Märkten so heftig schwankt wie derzeit.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigene Recherchen anstellen und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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