
Krawall-Schock in Frankreich: Carrefour-Aktie stürzt um 14 Prozent ab!

Die Unruhen in Frankreich kommen jetzt in der Bilanz an. Der Supermarktriese Carrefour hat am späten Dienstag seine Gewinnprognose für 2026 gesenkt und begründet das mit einer „beispiellosen Lage“ im eigenen Land. Am Mittwoch verlor die Aktie rund 14 Prozent und war damit Schlusslicht im europäischen Stoxx 600.
Wenn aus Protest Plünderung wird
Seit Tagen gehen in französischen Städten Hunderttausende auf die Straße. Sie fordern mehr Geld für öffentliche Dienste, laut Berichten vor allem für unterfinanzierte Schulen, und sie protestieren gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Die meisten Demonstranten blieben friedlich.
Am Wochenende ist die Lage dann aber gekippt. Randalierer plünderten und verwüsteten Geschäfte, griffen Polizisten an und legten Feuer in Rathäusern, unter anderem in Limoges. Medien berichten von Hunderten Festnahmen. Premierminister Sébastien Lecornu verhängte nächtliche Ausgangssperren, etwa in Paris, Nizza und Lille. Für das kommende Wochenende sind schon neue Proteste angekündigt.
Die Zahlen hinter dem Absturz
Nach Angaben des Konzerns verschlechtern sich durch die soziale Lage und die Sicherheitslage sowohl das Kaufverhalten als auch die Bedingungen in den Filialen. Ausgerechnet vor dem Weihnachtsgeschäft, dem wichtigsten Quartal im Handel, musste Carrefour seine Ziele deutlich senken:
- Operative Marge: Sie soll nur noch um 0 bis 15 Basispunkte wachsen, ausgehend von 2,6 Prozent im Jahr 2025. Bisher waren mehr als 25 Basispunkte geplant.
- Bereinigter Gewinn je Aktie: Erwartet wird jetzt ein stabiler bis leicht steigender Wert. Zuvor hatte der Konzern ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich angepeilt.
- Freier Cashflow: Statt leicht zu wachsen, soll er nun leicht sinken.
Der Umsatz im dritten Quartal fiel dagegen solide aus. Auf vergleichbarer Fläche und zu konstanten Wechselkursen wuchs er um 2,3 Prozent, im Rahmen der Erwartungen. In Frankreich lag das Plus nur bei 1,2 Prozent. Dort erzielt der Konzern mit 11,9 Milliarden Euro etwas mehr als die Hälfte seines Gesamtumsatzes. Genau deshalb trifft ihn die Krise im Heimatmarkt so hart.
Wachleute statt neuer Filialen
Laut Finanzchef Matthieu Malige wurden rund 50 Carrefour-Märkte direkt von den Krawallen getroffen. Viele weitere hätten vorsorglich geschlossen. Die direkten Kosten für gestohlene und zerstörte Ware, beschädigte Läden und Technik summierten sich auf mehrere zehn Millionen Euro. Hinzu kämen externe Sicherheitsdienste und kürzere Öffnungszeiten wegen der Ausgangssperren.
Die Folge: Carrefour will in Frankreich weniger investieren und senkt sein Investitionsbudget von 1,7 auf 1,6 Milliarden Euro. Das Geld fließt also nicht in Modernisierung und Arbeitsplätze, sondern in Wachleute. Schon vorher stand die Kauflaune der Franzosen unter Druck, denn Energie und Treibstoff sind teuer.
Ein Warnsignal für ganz Europa
Wer glaubt, das sei ein rein französisches Problem, macht es sich zu leicht. Auch in Belgien, Portugal und Italien gingen Menschen auf die Straße. Das Muster ist überall ähnlich: hohe Staatsausgaben, gereizte Bürger, steigende Lebenshaltungskosten. Am Ende zahlen Unternehmen, Beschäftigte und Sparer die Rechnung für eine verfehlte Politik.
Bemerkenswert ist auch, wie schnell sich die Lage an der Börse dreht. Selbst nach dem Absturz liegt die Carrefour-Aktie seit Jahresbeginn noch etwa 2,5 Prozent im Plus, während der Leitindex CAC 40 fast 4 Prozent verloren hat. Ein guter Lauf über viele Monate war an einem einzigen Handelstag zu großen Teilen dahin.
Für Anleger zeigt der Fall vor allem eines: Einzelaktien hängen stark von Politik und Stimmung im Land ab. Wer sein Vermögen schützen will, sollte es breit streuen. Physisches Gold und Silber sind dabei aus Sicht unserer Redaktion eine sinnvolle Ergänzung, gerade wenn die soziale Lage in Europa unruhiger wird.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.
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