280.000
Kunden
Sicherer
Versand
15.10.2026
05:35 Uhr
KI-generiert

Polizei-Folie im Klassenzimmer: Behrens sieht kein Problem!

Polizei-Folie im Klassenzimmer: Behrens sieht kein Problem!
Symbolbild: KI-generiert

Ein Vortrag zur ExtremismusprÀvention, rechtsextreme Symbolbilder und mittendrin die Logos zweier kritischer Medien. Ein Polizeibeamter hat Anfang Oktober an einer Berufsschule im niedersÀchsischen Lohne eine solche Folie gezeigt. Das Innenministerium unter SPD-Ministerin Daniela Behrens findet daran nichts auszusetzen.

Nach eigenen Angaben sieht das Ministerium darin „keinen rechtlich zu beanstandenden Sachverhalt“. Das schrieb es auf die Anfrage eines der betroffenen Portale. Viele Eltern dĂŒrften das anders sehen.

Ein Schulfoto bringt alles ins Rollen

Ausgelöst hat den Fall die Adolf-Kolping-Schule in Lohne. Sie veröffentlichte selbst ein Foto des Polizei-Vortrags vom 6. Oktober. Darauf ist ein Ausschnitt der PrÀsentation zu erkennen: Neben Motiven der IdentitÀren Bewegung, die der Verfassungsschutz als rechtsextrem einstuft, sind nachgebaute Logos von Apollo News und Nius zu sehen.

Gehalten hat den Vortrag zum Thema „Soziale Medien und politisch motivierte KriminalitĂ€t“ laut Ministerium der PrĂ€ventionsbeauftragte fĂŒr den Staatsschutz bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta. Er habe die Folien selbst erstellt, ein Vorgesetzter habe sie freigegeben. Im Einsatz sei die PrĂ€sentation schon seit rund drei Jahren, an allgemein- und berufsbildenden Schulen in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta.

„Keine Bewertung“ – und doch eine Botschaft?

Das Ministerium betont, beide Medien seien „aktuell keine Beobachtungsobjekte des NiedersĂ€chsischen Verfassungsschutzes“. Man habe sie lediglich beispielhaft als zwei von mehreren Online-Medien gezeigt, die ĂŒber Politik berichten. Eine Zuordnung zum Extremismus habe nicht stattgefunden.

„Textliche ErlĂ€uterungen oder Bewertungen enthielt die Folie nicht. Eine gesonderte Behandlung, inhaltliche Einordnung oder Bewertung von Apollo News und Nius erfolgte nicht.“

Insgesamt seien auf der Folie rund zwanzig Bildmotive zusammengestellt gewesen, heißt es. Doch genau hier liegt der Haken. Die ĂŒbrigen Motive verweisen laut dem Bericht auf Organisationen, die der Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich einstuft. Wer zwei legale Medien zwischen Extremisten platziert und das kommentarlos stehen lĂ€sst, muss sich nicht wundern, wenn SchĂŒler ihre eigenen SchlĂŒsse ziehen. Bilder wirken eben auch ohne Untertitel.

Kein Einzelfall im Klassenzimmer

Ein Elternvertreter einer anderen niedersÀchsischen Schule berichtet, er habe Ende 2025 einen Àhnlichen Vortrag desselben Beamten erlebt. Schon damals seien beide Medien auf der Folie gewesen, wenn auch nicht mit den echten Logos. NÀher eingegangen sei der Referent in den rund 30 Minuten auf die Portale nicht.

Bemerkenswert ist das Detail mit den Logos ohnehin. Sie wurden nach Darstellung der Betroffenen nicht originalgetreu, sondern verfĂ€lscht abgebildet. Ob das eine Rolle spielt, ließ das Ministerium offen.

Was gilt eigentlich im Unterricht?

FĂŒr politische Bildung an deutschen Schulen gibt es seit 1976 eine klare Richtschnur: den Beutelsbacher Konsens. Er verbietet, SchĂŒler mit einer Meinung zu ĂŒberwĂ€ltigen, und verlangt, dass kontrovers dargestellt wird, was auch in Politik und Gesellschaft umstritten ist. Kritiker fragen nun, ob eine Folie, die kritische Medien optisch in die NĂ€he von Extremisten rĂŒckt, zu diesen GrundsĂ€tzen passt.

Ein Staat, der Medien sortiert?

NatĂŒrlich ist ExtremismusprĂ€vention an Schulen sinnvoll. Aber gerade die Polizei, die zur NeutralitĂ€t verpflichtet ist, sollte peinlich genau darauf achten, wen sie in welchem Zusammenhang zeigt. Aus Sicht unserer Redaktion ist es ein fatales Signal, wenn ein Innenministerium so etwas achselzuckend als zulĂ€ssig abhakt.

Junge Menschen sollen lernen, Quellen kritisch zu prĂŒfen und sich selbst eine Meinung zu bilden. Eine stille Vorauswahl, welche Medien als anrĂŒchig gelten, gehört nicht dazu. Dass Hannover nicht einmal eine Überarbeitung der Folie in Aussicht stellt, spricht BĂ€nde ĂŒber das VerstĂ€ndnis von Pressevielfalt im Land.

Wissenswertes zum Thema

Magazin
26.09.2025
6 Min.

Digitaler Euro: Kein Schutz vor Falschgeld

Auf der Nordseeinsel Föhr hĂ€ufen sich in diesen Wochen Berichte ĂŒber gefĂ€lschte 2-Euro-MĂŒnzen. Eisdielen, HĂ€ndler und Gastronomen sind gleichermaßen betroffen. Das zustĂ€ndige Landeskriminalamt erklĂ€r

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schĂŒtzen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier fĂŒr den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende EinwilligungserklĂ€rung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail ĂŒber Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von GrĂŒnden mit Wirkung fĂŒr die Zukunft widerrufen. Die RechtmĂ€ĂŸigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberĂŒhrt.“