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Preisdeckel im Supermarkt gegen die AfD? Die Planwirtschaft klopft an!

Die Ökonomin Isabella Weber will, dass der Staat Höchstpreise für Grundnahrungsmittel festlegt. Das hat sie Anfang Oktober in einem Interview mit dem „Spiegel“ gesagt. Ihre Begründung lässt aufhorchen: Billigere Lebensmittel sollen den Aufstieg der AfD bremsen. Etliche Medien feiern die Forscherin seither als „Top-Ökonomin“. Doch wie durchdacht ist die Idee wirklich?

Ein Warenkorb nach Vorgabe des Staates

Webers Plan ist schnell erklärt. Die Bundesregierung soll große Supermarktketten dazu bewegen, einen begrenzten Korb von Grundnahrungsmitteln zu „stabilisierten“ Preisen zu verkaufen. Dafür könnten die Händler Subventionen und Steuervergünstigungen bekommen. Daneben soll Deutschland Getreide, Reis und Öl in großem Stil einlagern, um in Krisen gegensteuern zu können.

„Natürlich kann es nicht darum gehen, die Preise von 97 Kaugummiarten festzulegen. Aber für einen Warenkorb von Grundnahrungsmitteln.“

Übergewinne dürften die Unternehmen dabei nicht machen, so Weber. Wer festlegt, was „über“ ist? Natürlich der Staat. Die Ökonomin lehrt an der University of Massachusetts in Amherst und arbeitet mit der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zusammen. Einer breiteren Öffentlichkeit ist sie seit 2021 bekannt, als sie selektive Preiskontrollen gegen die Inflation ins Spiel brachte. Nobelpreisträger Paul Krugman nannte den Vorschlag damals „dumm“. Das Wort nahm er später zurück.

„Antifaschistische Wirtschaftspolitik“ an der Supermarktkasse

Brisant ist die politische Verpackung. Weber zufolge steckt Deutschland in einer „multiplen Wirtschafts- und Staatskrise“. AfD-Wähler litten häufig unter finanzieller Unsicherheit. Als Gegenmittel empfiehlt sie, was sie „antifaschistische Wirtschaftspolitik“ nennt: billige Lebensmittel, bezahlbaren Wohnraum, stark verbilligten Nahverkehr. Als Beleg für den Erfolg solcher Konzepte führt sie Zohran Mamdani in New York und Elif Eralp von der Linken in Berlin an.

Kritiker sehen darin eine bemerkenswerte Verdrehung. Den Preisanstieg soll der Staat bekämpfen, der ihn mit verursacht hat: mit Rekordschulden, CO₂-Abgaben, teurer Energiepolitik und neuen Steuerideen. Allein die Regierung Merz plant ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro auf Pump. Mehr Geld, das keiner zusätzlichen Gütermenge gegenübersteht, ist nach klassischer Lehre der Brandbeschleuniger jeder Inflation.

Die Geschichte kennt das Ende dieser Geschichte

Neu ist die Idee nicht. Schon Kaiser Diokletian legte im Jahr 301 per Edikt Höchstpreise für mehr als tausend Waren fest. Händler zogen sich zurück, Waren verschwanden vom Markt, das Edikt scheiterte. In der DDR verloren die Kunden ihre Zeit in Warteschlangen. Und der Mietendeckel in Berlin? Er brachte keine neuen Wohnungen, das Angebot schrumpfte, bevor Karlsruhe ihn 2021 kippte.

Pikant: Weber beruft sich ausgerechnet auf Ludwig Erhards „Jedermann-Programm“. Genau dieser Erhard hatte 1948 aber die Preisbindung weitgehend abgeschafft, und erst danach füllten sich die Schaufenster. Mit dem Vater des Wirtschaftswunders für Preiskontrollen zu werben, wirkt wie ein Treppenwitz der Wirtschaftsgeschichte.

Was Verbraucher wirklich spüren

Laut Statistik stiegen die Verbraucherpreise im September um 3,3 Prozent. Treiber war vor allem die Energie, Lebensmittel verteuerten sich zuletzt nur um 0,4 Prozent. Über die vergangenen acht Jahre summiert sich die Lebensmittelteuerung Berichten zufolge allerdings auf fast 34 Prozent. Die Rechnung an der Kasse bleibt also hoch. Ein Preisdeckel kuriert aber nur das Fieber und lässt die Krankheit wüten. Die Kosten wandern in andere Regale oder über Subventionen zum Steuerzahler.

Wer seine Kaufkraft wirklich schützen will, sollte nicht auf staatlich verordnete Butterpreise hoffen. Physisches Gold und Silber haben Inflationswellen, Währungsreformen und Planwirtschaftsexperimente über Jahrhunderte überdauert. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sind sie das, was kein Preisdeckel bieten kann: Werte, die man nicht beliebig vermehren kann.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.

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