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16.10.2026
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Solar-Pionier pleite: Brüssels Zögern kostet Next2Sun die Existenz!

Solar-Pionier pleite: Brüssels Zögern kostet Next2Sun die Existenz!
Symbolbild: KI-generiert

Im saarländischen Dillingen bricht ein Vorzeigeprojekt der Energiewende ein. Der Agri-Photovoltaik-Spezialist Next2Sun hat am 5. Oktober beim Amtsgericht Saarbrücken für zwei Tochterfirmen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Mehr als 140 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Die Geschäftsführung sieht einen Hauptschuldigen: die EU-Kommission.

Fünf Millionen auf dem Papier, zu wenig auf dem Konto

Insolvent sind die Next2Sun Technology GmbH und die Next2Sun Mounting Systems GmbH. Davor hatte das Unternehmen wochenlang nach frischem Eigenkapital gesucht und dafür eigens Aktien an private Anleger ausgegeben. Ende September lagen Zeichnungen und weitere Angebote über zusammen mehr als fünf Millionen Euro vor.

Das klang ordentlich, hielt aber nicht. Zwei größere Zusagen waren dem Unternehmen zufolge nicht ausreichend abgesichert. Am 2. Oktober erklärte Next2Sun die Kapitalrunde deshalb für gescheitert. Drei Tage später gingen die Insolvenzanträge raus. Die bereits gezeichneten Anlegergelder werden laut Unternehmen nicht eingezogen, die Emission ist abgesagt.

Vorerst läuft der Betrieb weiter. Laufende Aufträge kommen auf den Prüfstand, die Suche nach Investoren geht weiter. Die Muttergesellschaft, die Projektentwicklung und die Betreiber fertiger Anlagen sind von den Anträgen bisher nicht betroffen. In Medienberichten heißt es allerdings, dass es ganz ohne Stellenabbau kaum gehen werde.

Zwei Jahre Warteschleife in Brüssel

Die eigentliche Brisanz liegt in Berlin und Brüssel. Bundestag und Bundesrat hatten schon 2024 mit dem Solarpaket I eigene Förderregeln für Agri-PV beschlossen. Für den passenden Ausschreibungsbereich fehlt bis heute die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission. Deshalb darf die Bundesnetzagentur die Regeln nicht anwenden. Ein Gesetz steht also im Bundesgesetzblatt und gilt trotzdem nicht.

Nach Angaben der Unternehmensführung waren die Folgen drastisch. Aufträge seien weggebrochen, der Umsatz habe sich binnen eines Jahres halbiert. Banken und Investoren hätten sich zurückgehalten. Wer heute einen Solarpark auf dem Acker plant, weiß schlicht nicht, welche Erlöse er morgen erzielen kann.

Ausgerechnet jetzt ändert die Politik erneut die Spielregeln. Der aktuelle Entwurf der EEG-Novelle sieht keinen eigenen Ausschreibungsbereich mehr vor. Bestimmte Agri-PV-Anlagen sollen stattdessen einen Bonus bekommen. Für Unternehmen, die jahrelang auf das alte Modell gesetzt haben, ist das ein weiterer Neustart.

Eine kluge Technik hilft nicht gegen schlechte Politik

An der Idee liegt es offenbar nicht. Next2Sun wurde 2015 gegründet und baut senkrecht stehende, beidseitig aktive Solarmodule, eine Art Solarzaun. Landwirte können zwischen den Reihen weiter Ackerbau betreiben. Die Anlagen liefern viel Strom am Morgen und am Abend, also dann, wenn klassische Südanlagen schwächeln.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben weltweit Projekte mit über 65 Megawatt Spitzenleistung umgesetzt und Standorte in Deutschland, Österreich, Polen und Japan. Medien zählen die Firma zu den Weltmarktführern in dieser Nische. Wirtschaftlich zählt aber nicht nur die Technik. Entscheidend sind auch Investitionskosten, Strompreise und eine Finanzierung, auf die man sich verlassen kann.

Ein Muster, das bekannt vorkommt

Next2Sun ist nicht der einzige Fall. In der deutschen Solarbranche reihen sich zuletzt die Pleiten aneinander, von Modulherstellern bis zu Parkbetreibern. Kritiker sehen darin eine Folge eines Geschäftsmodells, das am Tropf staatlicher Förderung hängt. Wenn Politik und Behörden nicht liefern, fehlt solchen Firmen schnell die Grundlage.

Fair muss man sagen: Die Insolvenz geht nicht allein auf die fehlende Genehmigung aus Brüssel zurück. Der jahrelange Schwebezustand hat die Krise nach Darstellung des Unternehmens aber deutlich verschärft. Viele Mittelständler kennen das Problem. Planungssicherheit ist hierzulande inzwischen Mangelware. Ob die Sanierung gelingt, hängt jetzt an verbindlichen Kapitalzusagen.

Was bleibt für Sparer?

Der Fall zeigt erneut, wie riskant Beteiligungen sein können, deren Erfolg an politischen Entscheidungen hängt. Wer sein Vermögen absichern will, setzt besser auf Werte, die nicht von Förderbescheiden abhängen. Physisches Gold und Silber können dabei als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio eine sinnvolle Rolle spielen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst, bevor Sie investieren. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.

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