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19.10.2026
08:11 Uhr
KI-generiert

Undercover-Film: Ist Migration nach Europa ein Millionengeschäft?

Undercover-Film: Ist Migration nach Europa ein Millionengeschäft?
Symbolbild: KI-generiert

Ein neuer Dokumentarfilm des US-Enthüllungsportals Muckraker erhebt schwere Vorwürfe. Auf der Route von Westafrika über Spanien und Frankreich bis nach Großbritannien verdienten demnach Schleuser, staatlich finanzierte Hilfsorganisationen und sogar Regierungen an der irregulären Migration. Zwei Monate lang will das Team die Strecke begleitet haben, teils mit versteckter Kamera.

Der 47-minütige Film trägt den reißerischen Titel „Replacing Europe“. Diese Zuspitzung muss man sich nicht zu eigen machen, um die Kernfrage ernst zu nehmen: Wer profitiert von einem System, das die Politik angeblich seit Jahren eindämmen will? Unabhängig überprüfen lassen sich viele Aussagen im Film bislang nicht.

„Die ganze Migration ist ein Spiel“

Im Mittelpunkt steht Sheikh M. Kromah. Er soll laut Muckraker zum Zeitpunkt der Aufnahmen fĂĽr die UN-Migrationsorganisation IOM auf den Kanaren gearbeitet haben. Vor der Kamera sagt er:

„The entire migration is a game. Everyone wants to have their share.“

Spanien wolle die Boote gar nicht vollständig stoppen, behauptet Kromah. Das Land bekomme jedes Jahr enorme Summen aus Brüssel für das Migrationsmanagement. Hörten die Ankünfte auf, versiege auch das Geld. Deshalb wolle man die Zahlen nur „minimieren“, aber nicht auf null bringen. Schleusernetzwerke kassierten seinen Worten nach 50.000 bis 60.000 Euro pro Boot. Für seine weitergehende Behauptung, Bargeld wechsle in Koffern den Besitzer, sind bislang keine unabhängigen Belege bekannt.

225 Millionen Euro fĂĽr eine katholische NGO

Besonders ins Visier nimmt der Film die spanische Organisation ACCEM, die Katholische Kommission für Migration. Laut ihrem Jahresbericht 2024, über den das spanische Portal Infovaticana berichtete, nahm sie rund 225 Millionen Euro ein. 88 Prozent davon kamen vom spanischen Zentralstaat. Mit 3.839 Beschäftigten und 9.812 Aufnahmeplätzen ist das kein kleiner Wohltätigkeitsverein mehr, sondern ein Großbetrieb.

Laut Film organisiert ACCEM die Transfers von den Kanaren aufs Festland. Am Flughafen Gran Canaria filmte das Team mehrere Hundert Männer, die auf ihren Flug nach Madrid warteten. Ein Senegalese erzählt, er lebe seit fast einem Jahr ohne Arbeit in einem Camp und bekomme rund 75 Euro im Monat plus Fahrkarten. Selbst wer das Lager verlasse, werde angeblich weiter bezahlt. ACCEM-Präsidentin Pilar Samanes Ara hatte 2023 einen Brief mitunterzeichnet, der unter Berufung auf die UN-Agenda 2030 mehr „sichere und legale Wege“ in die EU forderte.

Gemalte FuĂźspuren zur Grenze

Im baskischen Grenzort Irun zeigen laut Film aufgemalte Fußabdrücke den Weg vom Busbahnhof zum Roten Kreuz und zum Rathaus. Die Aktivistengruppe Irungo Harrera Sarea habe nach eigenen Angaben etwa 40.000 Migranten nach Frankreich geholfen. Sie sage den Menschen auch, welche Busse Polizeikontrollen umgehen. In Bayonne wartet dann die öffentlich geförderte Unterkunft Pausa. Ihr Leiter sagt im Film, man halte weder Fotos noch Namen fest. Danach gehe es per Bus weiter, quer durch Europa.

Auch die USA zahlen mit. Ein Hilfszentrum in Mauretanien trägt das Banner des „Projet Julia Taft“, eines Programms des US-Außenministeriums, das laut Ausschreibung bis zu 50.000 Dollar pro Projekt vergibt.

Calais: Eine Viertelstunde ohne Polizei

Am Ärmelkanal beobachtete das Team nach eigener Darstellung, wie gegen fünf Uhr morgens mehr als 50 Menschen aus den Dünen zu einem Schlauchboot liefen. Über 15 Minuten lang sei kein Polizist am Strand gewesen. Als die Beamten kamen, hätten sie schnell aufgegeben, und das Boot habe Großbritannien erreicht. Dort berichten Asylbewerber in einem Hotel von kostenloser Unterkunft und rund 300 Pfund im Monat.

Die Rechnung landet beim BĂĽrger

Ob jede Behauptung einer Prüfung standhält, ist offen. Klar ist: 2024 kamen so viele Boote wie nie zuvor auf den Kanaren an. Erst strengere Kontrollen in Mauretanien, unterstützt mit 210 Millionen Euro aus Brüssel, drückten die Zahlen. Berichten zufolge verlagerten sich die Routen dadurch aber teilweise Richtung Balearen.

Und Deutschland? Allein der Bund gab laut Bundestagsunterlagen von 2016 bis 2025 rund 242,5 Milliarden Euro für flüchtlingsbezogene Aufgaben aus, Länder und Kommunen nicht mitgezählt. Gleichzeitig nimmt die Regierung Merz über ein 500-Milliarden-Sondervermögen neue Schulden auf. Damit wird die Frage des Films umso drängender: Wer kontrolliert eigentlich, wohin das Geld der Steuerzahler fließt?

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