
Washington zieht die Zügel an: Trump-Regierung nimmt deutsche Korrespondenten an die Kandare
Es ist ein Paukenschlag, der in den behaglichen Redaktionsstuben deutscher Auslandsstudios für nervöse Zuckungen sorgen dürfte: Die Administration von US-Präsident Donald Trump verschärft die Visa-Bestimmungen für ausländische Journalisten mit Daueraufenthalt in den Vereinigten Staaten spürbar. Wie aus Kreisen der Regierung in Washington verlautete, sollen deutsche Korrespondenten künftig keine komfortablen Fünf-Jahres-Visa mehr erhalten. Stattdessen müssten sie ihre Aufenthaltserlaubnis alle 250 Tage erneuern lassen – und dabei sogar Arbeitsproben vorlegen.
Ein Ende der bequemen Sonderbehandlung
Jahrelang durften sich die Vertreter der öffentlich-rechtlichen Sender in Amerika wie in einem gebührenfinanzierten Schlaraffenland fühlen. Nun soll damit Schluss sein. Die neue Regelung gehe, so heißt es, auf eine Anweisung der Heimatschutzbehörde zurück und werde intern angeblich augenzwinkernd als „Lex Theveßen“ bezeichnet – in Anspielung auf den Leiter des ZDF-Studios in Washington. Ob die eingereichten Arbeitsproben lediglich als Nachweis tatsächlicher journalistischer Tätigkeit dienten oder gar einer inhaltlichen Prüfung unterzogen würden, sei noch unklar.
Korrespondenten anderer Nationen trifft es dem Vernehmen nach noch härter. Chinesische Journalisten etwa müssten künftig alle neunzig Tage antreten und ihre Proben vorlegen. Man kann also durchaus davon ausgehen, dass Washington genau wissen möchte, wer da unter dem Deckmantel der Pressefreiheit im Land unterwegs ist.
Der Fall Theveßen und die Frage nach journalistischer Sorgfalt
Warum ausgerechnet die deutsche Berichterstattung in den Fokus geriet, ist kein Geheimnis. Immer wieder war die Trump-Administration mit der Art und Weise, wie deutsche Medien über die USA berichteten, alles andere als glücklich. Namentlich Elmar Theveßen, der ZDF-Studioleiter, hatte für Unmut gesorgt.
Er habe dem ermordeten Konservativen Charlie Kirk unterstellt, dieser habe für die Steinigung von Homosexuellen plädiert – eine Behauptung, die sich nachweislich als falsch herausstellte.
Theveßen habe diese Darstellung später selbst korrigiert und aus Sorge vor möglichen Einreisesperren sogar Termine in Deutschland abgesagt. Ein bemerkenswerter Vorgang. Wenn ein hochbezahlter Vertreter des Gebührenfunks derart daneben liegt, stellt sich die berechtigte Frage: Wie steht es eigentlich um die journalistische Sorgfaltspflicht bei jenen Sendern, die der deutsche Bürger Monat für Monat zwangsweise mitfinanzieren muss?
Ein Weckruf für die Zunft
Selbstverständlich ist die Pressefreiheit ein hohes Gut, das keiner Regierung als Spielball dienen darf. Doch wer glaubt, unter dem Banner der freien Berichterstattung ungeprüft Unwahrheiten verbreiten zu können, der sollte sich nicht wundern, wenn andere Staaten genauer hinschauen. Die Zeiten, in denen deutsche Korrespondenten mit dem moralischen Zeigefinger durch die Welt reisten und sich für unangreifbar hielten, scheinen jedenfalls vorbei zu sein.
Ob man die konkrete Maßnahme nun für angemessen hält oder nicht – sie ist ein deutliches Signal. Und vielleicht ein längst überfälliger Anlass, dass sich manch deutscher Journalist wieder auf das Fundament seines Berufs besinnt: die schlichte, ungeschminkte Wahrheit.
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