
Energiepreis-Schock: Die EU-Chefs bestellen Hilfe – und liefern nur Prüfaufträge

Gas teuer, Speicher halb leer, der Winter steht vor der Tür: Beim Gipfel in Brüssel haben die Staats- und Regierungschefs der EU die Kommission aufgefordert, neue Instrumente gegen die explodierenden Energiekosten zu entwickeln. Sie halten eine koordinierte europäische Antwort mit gezielten und befristeten Maßnahmen für dringend nötig. Wie diese Maßnahmen konkret aussehen sollen, verrät die gemeinsame Erklärung allerdings nicht.
Viel Alarm, wenig Konkretes
Das ist der Kern des Problems. Europa steckt in der nächsten Energiekrise, und die Gipfelrunde schickt einen Wunschzettel nach Brüssel. Ausarbeiten und vorlegen solle die Kommission die Vorschläge – wann und mit welchem Inhalt, bleibt offen.
Dabei drängt die Zeit. Medienberichten zufolge stieg der europäische Gaspreis am Terminmarkt in Amsterdam zuletzt wieder über 80 Euro je Megawattstunde. Der Auslöser: Berichte über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran. Laut Experten der Commerzbank passiert nur etwa ein Fünftel der LNG-Tanker die Straße von Hormus, die vor dem Iran-Krieg dort unterwegs waren.
Dazu kommen die Speicher. Nach Daten der Bundesnetzagentur waren die deutschen Gasspeicher Ende September nur zu 57,4 Prozent gefüllt. Ein Jahr zuvor lag der Wert bei 76,5 Prozent. Kein beruhigendes Polster für einen womöglich harten Winter.
Methan-Regeln lockern, Gas gemeinsam einkaufen
Ein paar Ansätze nennen die EU-Spitzen dann doch. Sie begrüßen den Vorstoß der Kommission, bestimmte Klimaschutzvorgaben zum Treibhausgas Methan zu lockern. Auch die geplante freiwillige Bündelung der Energienachfrage findet Zustimmung. Wer gemeinsam einkauft, so die Idee, verhandelt bessere Preise.
Bemerkenswert ist das allemal. Jahrelang hat Brüssel Regeln aufgetürmt. Jetzt, wo die Rechnungen bei Bürgern und Betrieben ankommen, entdeckt man plötzlich die Lockerung. Für viele Mittelständler kommt diese Erkenntnis reichlich spät.
Der Emissionshandel unter Druck
Im Zentrum steht der Emissionshandel. Energieintensive Unternehmen müssen für ihren CO₂-Ausstoß Zertifikate kaufen. Das System solle nach dem Willen der Staats- und Regierungschefs verlässlicher und berechenbarer werden. Um heftige Preissprünge zu verhindern, fordern sie, das laufende Gesetzgebungsverfahren zur Marktstabilitätsreserve zu beschleunigen. Dieser Mechanismus soll den Zertifikatehandel stabilisieren.
Die CO₂-Falle für Autofahrer und Mieter
Brisanter ist der Blick nach vorn. Ab 2028 startet ein zweites Emissionshandelssystem für Brennstoffe wie Benzin und Erdgas. Dann kosten Heizen und Autofahren zusätzlich über einen europäischen CO₂-Preis. Auf Druck von Ländern wie Italien soll die Kommission nun prüfen, welche Folgen dieses System hat.
Die Frage drängt sich auf: Hätte man das nicht vor dem Beschluss prüfen müssen? Für Pendler, Familien im Eigenheim und Mieter mit Gasheizung droht hier die nächste Belastungswelle. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiepreise ohnehin schon schmerzen.
Déjà-vu von 2022
Viele Bürger erinnern sich noch gut an den Sommer 2022. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine schoss der Gaspreis damals zeitweise auf über 300 Euro je Megawattstunde. Europa versprach danach, unabhängiger und krisenfester zu werden. Die neue Krise zeigt, wie verwundbar der Kontinent geblieben ist.
Auch in Berlin fehlt bislang der große Wurf. Statt die Kosten an der Wurzel zu packen – bei Steuern, Abgaben und CO₂-Preisen –, setzen Politiker auf Prüfaufträge und befristete Notpflaster. Wer sein Vermögen in solchen Zeiten schützen will, muss selbst vorsorgen. Physisches Gold und Silber haben sich in Phasen von Energieschocks, Inflation und geopolitischer Unsicherheit über Generationen als stabiler Anker bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
Kostenloses Live-Webinar
Der digitale Euro kommt
Was er für Ihr Erspartes bedeutet und wie Sie jetzt vorsorgen.

DieterBohlen
ErnstWolff
Prof. Dr.Werner
Tom-OliverRegenauer
JochenStaiger
GeraldGrosz
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













