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08.10.2026
15:14 Uhr
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Gas-Armada am Golf: Katar macht zwölf LNG-Tanker für Hormus klar!

Gas-Armada am Golf: Katar macht zwölf LNG-Tanker für Hormus klar!
Symbolbild: KI-generiert

Vor der Küste Katars ankern zwölf leere Flüssiggastanker und warten auf ihre Ladung. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf Satellitenbilder und Schiffsdaten berichtete, bereitet der Staatskonzern QatarEnergy damit offenbar die Fahrt durch die Straße von Hormus vor. Gleichzeitig ist der Ölpreis der Sorte Brent wieder über 101 Dollar pro Barrel gestiegen.

Zwei Prozent der Welt-Flotte auf einen Schlag

Das klingt erst einmal nach wenig, ist aber eine Menge. Laut der Bloomberg-Auswertung fassen die zwölf Schiffe zusammen rund 1,1 Millionen Tonnen LNG. Das entspricht etwa zwei Prozent der Ladekapazität aller LNG-Tanker weltweit.

Ob die Schiffe nach dem Beladen tatsächlich durch die Meerenge fahren, ist allerdings offen. Die Angriffe auf die Handelsschifffahrt haben zuletzt sogar zugenommen. Nach Angaben der Athener Nachrichtenagentur, die sich auf das griechische Schifffahrtsministerium stützt, soll am Dienstag ein LNG-Tanker in griechischem Besitz nahe der Wasserstraße von einem nicht identifizierten Objekt getroffen worden sein.

Pulverfass Golf: Raketen, Huthis, Blockade

Die Lage in der Region bleibt angespannt. Berichtet wird über Huthi-Angriffe in Saudi-Arabien und über abgefangene Raketen in der Nähe von Riad. Dazu kommt die Angst vor weiteren Attacken auf Tanker. Und das alles kurz vor dem Winter auf der Nordhalbkugel, wenn Europa besonders viel Energie braucht.

Durch die Straße von Hormus fließt zwar wieder mehr Rohöl. Das liegt Berichten zufolge aber vor allem an der starken Präsenz des US-Militärs in der Meerenge. Laut einer aktuellen Analyse von Goldman Sachs sollen die Ölmengen dort inzwischen wieder ungefähr das Vorkriegsniveau erreicht haben. Teherans wichtigstes Druckmittel verliert damit an Wirkung.

Teheran pokert, Trump droht

Der Iran hat in dieser Woche erneut erklärt, die Meerenge werde erst wieder geöffnet, wenn Washington seine Bedingungen für ein Friedensabkommen erfülle. Vertreter der US-Regierung sagen dagegen, die iranischen Ölexporte seien praktisch auf null gefallen. US-Präsident Donald Trump formulierte es so:

„We have a decision that I'll make about Iran. Iran's been decimated. So the only question is, it'll either be the easy way or the hard way."

Trump spricht also von einer anstehenden Entscheidung über den Iran. Das Land sei schwer getroffen, offen sei nur noch, ob es auf die leichte oder die harte Tour gehe. Manche Beobachter vermuten hinter Teherans Blockade ein Kalkül: Hohe Spritpreise in den USA könnten Trumps Republikanern bei den Zwischenwahlen Anfang November schaden. Kritiker sprechen von einem asymmetrischen Wirtschaftskrieg. Ohne Öleinnahmen dürfte dem Iran aber die Zeit davonlaufen.

Warum Deutschland genau hinschauen sollte

Katar gehört zu den größten LNG-Exporteuren der Welt. Fast sein gesamtes Flüssiggas muss durch die Straße von Hormus. Fällt diese Route aus, fehlt das Gas weltweit. Die Preise steigen dann auch in Europa, und das bekommen deutsche Haushalte und die Industrie direkt zu spüren.

Für Deutschland ist das besonders unangenehm. Nach dem Ende der russischen Pipeline-Lieferungen setzte Berlin auf LNG aus aller Welt. Katar wurde dabei als verlässlicher Partner dargestellt. Nun zeigt sich, wie stark diese Strategie von einer einzigen Meerenge abhängt. Aus Sicht unserer Redaktion hat die Politik eine Abhängigkeit durch eine andere ersetzt, ohne eine wirklich widerstandsfähige Energieversorgung aufzubauen. Bezahlen müssen das am Ende Bürger und Mittelstand.

Fazit: Hoffnung ja, Entwarnung nein

Die wartenden Tanker vor Katar sind ein vorsichtiges Zeichen, dass sich die Lage am Golf wieder normalisieren könnte. Mehr aber noch nicht. Solange Schiffe beschossen werden und Washington mit der harten Tour droht, kann jede Schlagzeile die Energiepreise erneut nach oben treiben.

Gerade in solchen Zeiten setzen viele Sparer auf Werte, die nicht von Pipelines, Meerengen oder politischen Zusagen abhängen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen helfen, sich gegen geopolitische Schocks und Inflation abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.

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