280.000
Kunden
Sicherer
Versand
16.10.2026
16:38 Uhr
KI-generiert

Indiens Gold-Comeback: Juweliere jubeln, Fonds ziehen die Notbremse!

Indiens Gold-Comeback: Juweliere jubeln, Fonds ziehen die Notbremse!
Symbolbild: KI-generiert

Zum ersten Mal seit über drei Monaten wird Gold in Indien wieder mit Aufschlag gehandelt. Weil die Preise in dieser Woche nachgegeben haben und die Fest- und Hochzeitssaison begonnen hat, kaufen die Inder wieder Schmuck. Zur selben Zeit haben mehrere große Fondshäuser des Landes neue Großanlagen in Gold-ETFs gestoppt. Mehr Gegensatz geht kaum.

Vom Abschlag zum Aufschlag in wenigen Tagen

Am Freitag kosteten 10 Gramm Gold in Indien rund 148.200 Rupien. Einige Tage vorher war der Preis noch auf 145.627 Rupien gefallen, den niedrigsten Stand seit zwei Wochen. Für Schnäppchenjäger war das die Gelegenheit.

Händlern zufolge liegen die Aufschläge inzwischen bei bis zu 7 Dollar je Unze über dem offiziellen Inlandspreis. Darin sind schon 15 Prozent Importzoll und 3 Prozent Umsatzsteuer enthalten. Noch in der Vorwoche hatten Händler Abschläge von bis zu 6 Dollar geben müssen.

„Jewellery demand is picking up with the festive and wedding season kicking in, but investors are still holding back as prices continue to fall."

So beschreibt Chanda Venkatesh, Geschäftsführer des Edelmetallhändlers CapsGold aus Hyderabad, die Lage. Familien kaufen also schon wieder, reine Anleger halten sich noch zurück.

Wenig Importe, knappe Ware

Dazu kommt ein Engpass beim Angebot. Vor der Festsaison führt Indien sonst stark steigende Mengen Gold ein, in diesem Jahr kommt aber auffällig wenig ins Land. Laut Handelsministerium sanken die Goldimporte im September auf 1,8 Milliarden Dollar. Im Vorjahresmonat waren es noch 9,6 Milliarden Dollar.

Die Nachfrage dürfte trotzdem steigen. Im Oktober wird Dussehra gefeiert, Anfang November folgt Diwali, das Lichterfest. Wer an diesen Tagen Gold kauft, dem soll das nach indischer Tradition Glück bringen.

Der Staat greift nach dem Papiergold

Am meisten Aufsehen erregt aber eine andere Nachricht. Am späten Donnerstag teilten mehrere große indische Investmentfonds mit, dass sie keine Großzeichnungen für Gold-ETFs mehr annehmen. Darunter sind laut Medienberichten Kotak Mahindra, UTI und HDFC. Einen Grund nannten die Häuser nicht. Rücknahmen bleiben weiter möglich.

Laut Insidern soll die Börsenaufsicht SEBI hinter dem Schritt stehen. Bestätigt hat die Behörde das bisher nicht. Der Hintergrund: Die Rupie steht seit Monaten unter Druck. Teures Öl und Verkäufe ausländischer Anleger belasten die Währung, und schon früher im Jahr hat Neu-Delhi die Importzölle auf Gold und Silber angehoben. Ein Bankhändler sprach laut Berichten von einer Vorsichtsmaßnahme, die einen Importschub im Oktober verhindern solle.

Das zeigt den Unterschied deutlich: Ein ETF-Anteil hängt an Regeln, die eine Behörde über Nacht ändern kann. Ein Barren im eigenen Tresor hängt an keiner solchen Regel.

China, Japan und der Rest Asiens

In China, dem größten Goldverbraucher der Welt, ist die Lage verhaltener. Dort lagen die Aufschläge zwischen 4 und 13 Dollar je Unze. Bernard Sin, Regionaldirektor für Greater China bei MKS PAMP, erklärte, die starken Preisschwankungen machten Käufer physischer Ware vorsichtig.

  • Singapur: Aufschläge von 0,50 bis 1,70 Dollar
  • Hongkong: zwischen null und 1,50 Dollar Aufschlag
  • Japan: von 0,25 Dollar Abschlag bis 0,50 Dollar Aufschlag, die Nachfrage von Anlegern bleibt schwach

Fazit: Wer das Gold hat, der hat es

Am Weltmarkt legte Gold zuletzt leicht zu, auf Wochensicht steuerte es aber auf ein kleines Minus zu. Die Terminkontrakte notierten zuletzt um 4.700 Dollar je Feinunze. Die Inder nutzen die Preisdelle schon jetzt für Käufe. Und der Eingriff bei den ETFs zeigt, wie schnell der Zugang zu Papiergold eingeschränkt werden kann, wenn die eigene Währung unter Druck gerät. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen deshalb eine sinnvolle Absicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Wertpapiere oder Edelmetalle zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

Wissenswertes zum Thema

Magazin
12.08.2026
23 Min.

Geschichte der Enteignungen

Zypern, Griechenland, Kanada – die üblichen Beispiele sind nur die letzten Glieder einer sehr langen Kette. Eine erzählte Geschichte des staatlichen Zugriffs auf Privatvermögen von der römischen Repu…
Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“