
Macron auf 18 Prozent: Spritpreise stürzen Élysée ins Umfragetief

Tiefer ist Emmanuel Macron in dieser Umfragereihe noch nie gefallen. Laut dem aktuellen Barometer von Odoxa-Mascaret für Public Sénat und französische Regionalzeitungen halten ihn nur noch 18 Prozent der Franzosen für einen guten Präsidenten. Ausgelöst hat den Absturz die explodierende Rechnung an der Zapfsäule. Gleichzeitig baut Marine Le Pen ihren Vorsprung für 2027 aus.
Sieben Punkte weg in drei Monaten
Ende Juni lag Macron in derselben Erhebung noch bei 25 Prozent. Befragt wurde vergangene Woche, also noch vor seiner Rede zu den steigenden Kraftstoffpreisen. Französischen Medienberichten zufolge wertet die Zahl der ablehnenden Urteile, rund 82 Prozent, als Rekord in Sachen Unbeliebtheit.
Premierminister Sébastien Lecornu ergeht es kaum besser. Er verliert acht Punkte. Nur noch 24 Prozent halten ihn für einen guten Regierungschef. Die Regierung wirkt damit wie ein Kapitän, dem die Mannschaft schon vor dem Sturm von Bord geht.
Hilfspaket? Für die Bürger nur ein Tropfen auf den heißen Stein
Mit ihrer Antwort auf die Krise kann die Regierung kaum punkten. Paris will die Unterstützung für sogenannte „gros rouleurs“ ausweiten, also für Menschen, die beruflich lange Strecken mit dem Auto fahren. 75 Prozent der Befragten reicht das nicht. 62 Prozent wollen, dass der Staat mehr Geld in die Hand nimmt, trotz des gewaltigen Haushaltsdefizits.
Dieser Widerspruch zeigt, wie verfahren die Lage ist. Frankreich zählt schon heute zu den am höchsten verschuldeten Staaten der Eurozone. Wer Entlastung auf Pump verspricht, verschiebt die Kosten nur auf die nächste Generation. Das Muster kennt man inzwischen auch aus Berlin.
Die Erinnerung an die Gelbwesten
In Frankreich ist das Thema Benzinpreis politisch hochexplosiv. 2018 begannen die Proteste der Gelbwesten mit einer geplanten Spritsteuer. Die Bewegung erschütterte Macrons erste Amtszeit über Monate. Laut französischen Medien brachte ein landesweiter Streik- und Protesttag am 29. September erneut Tausende auf die Straße. Die Pariser Führung dürfte gewarnt sein.
Le Pen zieht davon
Die Rechnung für das Regierungslager kommt 2027. Eine Umfrage von Toluna-Harris Interactive für RTL und M6 unter knapp 2.000 Befragten vom 22. bis 24. September sieht die Kandidatin des Rassemblement National im ersten Wahlgang klar vorne:
- Erster Wahlgang: Le Pen mit 35 bis 36 Prozent, je nach Kandidatenfeld. Dahinter liegen Jean-Luc Mélenchon mit rund 18 und Édouard Philippe mit etwa 16 Prozent.
- Stichwahl gegen Mélenchon (La France Insoumise): 69 zu 31 Prozent für Le Pen.
- Stichwahl gegen Philippe (Horizons): 57 zu 43 Prozent für Le Pen.
In beiden Duellen fällt ihr Vorsprung größer aus als in früheren, vergleichbaren Umfragen. Beachtlich ist das auch deshalb, weil Le Pen in der Affäre um EU-Parlamentsassistenten im Juli 2026 auch in zweiter Instanz verurteilt wurde. Das Berufungsgericht verkürzte die Unwählbarkeit allerdings deutlich, sodass eine Kandidatur nach Medienberichten grundsätzlich möglich ist. Le Pen hat zudem Kassationsbeschwerde eingelegt.
Ein Präsident auf Abruf
Der erste Wahlgang ist für den 18. April 2027 angesetzt, die Stichwahl für den 2. Mai. Macron darf nicht mehr antreten, seine zweite Amtszeit endet am 14. Mai. Einem Präsidenten auf Abruf bleibt kaum Spielraum für Reformen, und der Staatshaushalt lässt keinen Raum für teure Wahlgeschenke.
Für deutsche Leser ist das mehr als Politik beim Nachbarn. Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Politische Unsicherheit und steigende Schulden in Paris belasten am Ende die Stabilität der Gemeinschaftswährung. Viele Sparer legen deshalb einen Teil ihres Vermögens in physischem Gold und Silber an. Beide Metalle hängen nicht an Wahlterminen, Haushaltslöchern oder den Versprechen von Regierungen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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