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18.10.2026
12:31 Uhr
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Rubios Rohstoff-Offensive: Washington will Peking in Zentralasien stoppen!

Rubios Rohstoff-Offensive: Washington will Peking in Zentralasien stoppen!
Symbolbild: KI-generiert

US-Außenminister Marco Rubio ist zu einer fünftägigen Reise nach Zentralasien und Indien aufgebrochen. Im usbekischen Samarkand trifft er am Montag die Außenminister von Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Mit dabei sind mehr als 200 amerikanische Wirtschaftsbosse. Es geht um Rohstoffe, Handelswege und die Frage, wer in der Region künftig das Sagen hat.

Eine Delegation, die sich verdoppelt hat

Schon die Größe der Delegation fällt auf. Noch im September hatte der US-Sondergesandte für Süd- und Zentralasien, Sergio Gor, von Vertretern aus gut 100 Unternehmen gesprochen. Heute ist von über 200 Führungskräften die Rede. Laut Gor sollen regionale Wirtschaftsbeziehungen, Energiesicherheit und gemeinsame Lösungen für drängende Probleme im Mittelpunkt stehen.

Das Treffen findet im sogenannten C5+1-Format statt. Medienberichten zufolge kehrt dieses Format damit an seinen Ursprung zurück: Das erste Ministertreffen gab es im November 2015 ebenfalls in Samarkand. Am Rande wollen Rubio und sein usbekischer Kollege Bachtijor Saidow nach Angaben aus Taschkent die erste Runde eines Dialogs über eine erweiterte strategische Partnerschaft abhalten.

Der Kampf um die Schatzkammer Asiens

Um Diplomatie aus Freundschaft geht es dabei nicht. Washington hat seine Interessen klar umrissen: kritische Mineralien, Energieressourcen und Transportkorridore. Die Region ist reich an Bodenschätzen. Kasachstan gilt als weltgrößter Uranproduzent, und Usbekistan gehört zu den bedeutenden Goldförderländern der Erde. Wer hier Fuß fasst, sichert sich Zugriff auf Ressourcen, die in einer unruhigen Welt immer wertvoller werden.

Der Zeitpunkt ist günstig. Russland hat seine Kräfte im Ukraine-Krieg gebunden. China hingegen hat seinen Einfluss über Handel, Infrastruktur und die Neue Seidenstraße massiv ausgebaut. Die zentralasiatischen Staaten wollen sich aber offenbar nicht von einer Abhängigkeit in die nächste begeben.

„Die zentralasiatischen Länder fühlen sich nicht wirklich wohl dabei, die russische Dominanz durch eine chinesische zu ersetzen.“

So formuliert es Ken Moriyasu vom Hudson Institute. Er sieht die Reise als möglichen Auftakt, auch für einen Präsidentenbesuch. Strategisch zentral sei der Mittlere Korridor, der Zentralasien über das Kaspische Meer und den Südkaukasus mit Europa verbindet und Russland dabei umgeht.

„Sonst verschluckt China alles“

Ariel Cohen vom Atlantic Council betont, die USA zögen sich nicht zurück und überließen China diesen „Sandkasten“ nicht. Noch deutlicher wurde ein anonymer Wall-Street-Manager gegenüber Radio Free Europe. Laut diesem Bericht habe er in Jahrzehnten nie ein so starkes Interesse amerikanischer Firmen erlebt. Wenn die US-Wirtschaft nicht handle, werde China dort bald alles verschlucken.

Ein Gesetz aus dem Kalten Krieg bremst

Ausgerechnet ein Relikt aus dem Jahr 1974 steht im Weg: das Jackson-Vanik-Amendment. Damals sollte es die Sowjetunion zur Ausreisefreiheit zwingen. Bis heute verweigert es nicht marktwirtschaftlichen Staaten normale Handelsbeziehungen. Rubio hat erklärt, die Regierung befürworte die Abschaffung durch den Kongress. Der republikanische Senator Steve Daines spricht von „veralteten Handelsbeschränkungen aus der Sowjetzeit“.

Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew sucht seit Jahren die Nähe zu Washington. Es wird kolportiert, er und Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew könnten zum G20-Gipfel im Dezember nach Miami eingeladen werden. Das befeuert Spekulationen über einen Besuch von Donald Trump. Es wäre der erste eines amtierenden US-Präsidenten in der Region.

Und Deutschland? Schaut wieder zu

Danach reist Rubio weiter nach Mumbai und Jamnagar. Dort dürfte es frostiger werden, denn ein von Trump unterzeichnetes Sanktionsgesetz erlaubt Zölle von bis zu 100 Prozent gegen Käufer russischer Energie. Indien gehört zu den größten Abnehmern.

Bleibt die Frage nach Berlin. Washington und Peking ringen um Rohstoffe und Korridore. Deutschland fällt dagegen eher durch Regulierungseifer auf als durch strategische Rohstoffpolitik. Wer die Lagerstätten nicht sichert, bezahlt am Ende den Preis, den andere festlegen. Dass Edelmetalle in einer solchen Welt gefragt bleiben, dürfte kaum überraschen.

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