
VW im freien Fall: China-Absturz reißt Wolfsburg immer tiefer!

Volkswagen hat für das dritte Quartal 2026 erneut einen massiven Absatzeinbruch gemeldet. Weltweit lieferte Europas größter Autobauer 14,3 Prozent weniger Fahrzeuge aus, Medienberichten zufolge noch rund 1,89 Millionen. Am härtesten trifft es Wolfsburg ausgerechnet dort, wo der Konzern jahrzehntelang sein Geld verdient hat: in China.
Der China-Traum ist vorbei
Im Reich der Mitte schrumpfte der Absatz im dritten Quartal um 38,5 Prozent. Auf die ersten neun Monate gerechnet steht dort ein Minus von etwa 30,2 Prozent. Für einen Konzern, der China lange als Gelddruckmaschine betrachtete, ist das ein Erdbeben.
Auch anderswo sieht es düster aus. In Nordamerika gingen die Auslieferungen um 5,8 Prozent zurück, Westeuropa verlor 2,8 Prozent. Und selbst bei den vollelektrischen Fahrzeugen, dem angeblichen Zukunftsgeschäft, steht global ein Minus von 4,7 Prozent.
VW-Vertriebschef Martin Sander sprach mit Blick auf China von einer „branchenweiten Herausforderung“. Eine bemerkenswert gelassene Formulierung für einen Einbruch dieser Größenordnung. Als Lichtblick verwies er auf knapp 150.000 Bestellungen für die neue Electric Urban Car Family.
Tafelsilber statt Trendwende
Wie reagiert die Konzernführung? Sie verkauft. Die Mehrheit von 51 Prozent am Großmotorenbauer Everllence geht an den US-Finanzinvestor Bain Capital, die EU-Kommission hat den Deal im August abgesegnet. Rund 7,4 Milliarden Euro sollen in die Kassen fließen. Dazu kommen Berichte über Verkäufe von Immobilien aus dem eigenen Bestand.
Doch wer Tafelsilber verkauft, löst kein Absatzproblem. Beobachter bezweifeln, dass solche Liquiditätsspritzen mehr sind als Schmerzmittel. Die eigentliche Krankheit sitzt tiefer.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer in Europa
Immerhin: In Europa stiegen die E-Auto-Auslieferungen des Konzerns im dritten Quartal um rund 20 Prozent. Brüssel scheint auf diesen Heimvorteil zu setzen. Nach einer Verständigung mit Peking zur Begrenzung von Hybridauto-Exporten in die EU wird über einen schnellen Eingriffsmechanismus gegen Preisdumping und subventionierte chinesische Importe diskutiert.
Aber kann man sich gegen Tesla, BYD und Geely wirklich mit Schutzzöllen wettbewerbsfähig machen? Kritiker halten das für einen Irrweg. Wer sich hinter Mauern versteckt, wird nicht stärker, sondern bequemer.
Eine ganze Branche im Rückwärtsgang
VW ist kein Einzelfall. Nach den angekündigten Stellenstreichungen und möglichen Schließungen von vier Werken in Wolfsburg will nun auch BMW Medienberichten zufolge rund 8.000 Stellen abbauen. Der Kostendruck sei schlicht zu hoch.
Die Zahlen zeichnen ein trostloses Bild:
- Die Pkw-Produktion in Deutschland sank im ersten Halbjahr um 3 Prozent auf 2,109 Millionen Fahrzeuge, 15 Prozent unter dem Niveau von 2019.
- VW, BMW und Mercedes-Benz verloren im ersten Halbjahr zusammen 2,9 Prozent Umsatz, auf 284 Milliarden Euro.
- Die 19 größten Autokonzerne der Welt steigerten ihren Umsatz dagegen um 3,6 Prozent.
Die Welt fährt weiter, und Deutschland steht am Seitenstreifen. Das deutsche Autogeschäft schrumpft bereits im dritten Jahr in Folge. Auch die gesamte Industrieproduktion lag im April real 2,1 Prozent unter dem Vorjahr, im März sogar 3,4 Prozent.
Wo bleibt die Wende aus Berlin?
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte einen Aufbruch versprochen. Aus Sicht vieler Kritiker ist davon wenig zu sehen. Statt Kernkraft-Comeback, Erschließung heimischer Gas- und Ölvorkommen in Nord- und Ostsee und einem echten Abbau der Bürokratie setze die Große Koalition auf schuldenfinanzierte Milliardenprogramme und halte am klimapolitischen Kurs fest.
Ob Rüstungsausgaben die wegbrechende zivile Produktion ersetzen können, erscheint fraglich. Bezahlen werden die Bürger so oder so: über Steuern, Abgaben und Inflation. Was der Standort bräuchte, sind niedrigere Energiepreise, weniger Regulierung und Steuersenkungen, nicht neue Schutzwälle und Subventionen.
Für Sparer ist der Niedergang der deutschen Vorzeigebranche ein Weckruf. Wenn selbst Industrie-Ikonen wanken, gewinnen krisenfeste Werte an Bedeutung. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio helfen, Vermögen unabhängig von Konzernbilanzen und politischen Fehlentscheidungen abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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