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06.10.2026
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Putins Gold-Umweg: Hongkong schluckt Rekordmengen russischer Barren!

Putins Gold-Umweg: Hongkong schluckt Rekordmengen russischer Barren!
Symbolbild: KI-generiert

Der Westen hat Russlands Gold aus London verbannt, doch das Metall ist einfach weitergezogen. Hongkong hat in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 rund 112,7 Tonnen Gold russischer Herkunft eingeführt, so viel wie nie zuvor. Die Barren landen am Ende überwiegend in China, dem größten Goldmarkt der Welt.

Ein Rekord jagt den nächsten

Die Zahlen stammen aus einer Auswertung des Edelmetallhändlers BullionVault, der Daten der Hongkonger Statistikbehörde analysiert hat. Schon nach sieben Monaten liegt die Menge klar über dem bisherigen Jahresrekord von 92,1 Tonnen aus dem Jahr 2025. Im Jahr 2021, also vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine, waren es gerade einmal 3,3 Tonnen.

Auch der Anteil hat sich vervielfacht. Russisches Gold macht inzwischen fast 15 Prozent der nicht-monetären Goldimporte Hongkongs aus. 2021 lag dieser Wert noch bei mageren 0,6 Prozent.

London verschlossen, Asien weit offen

Ausgelöst wurde diese Verschiebung im März 2022. Damals strich die London Bullion Market Association alle sechs russischen Gold- und Silberraffinerien von ihren „Good Delivery“-Listen. Die USA, Großbritannien und weitere westliche Staaten verhängten anschließend eigene Beschränkungen. Damit fielen die wichtigsten Absatzmärkte des Landes weg.

Wie stark Russland vorher am Londoner Markt hing, zeigen die Daten von BullionVault: Zwischen 2019 und 2021 entsprachen die russischen Goldexporte nach Großbritannien etwa zwei Dritteln der gesamten Minenproduktion des Landes. Diese Lieferungen seien eingebrochen, erklärte BullionVault-Forschungschef Adrian Ash gegenüber dem US-Sender CNBC. Der steile Anstieg der Hongkonger Importe spiegle die Art von Unterstützung und bilateralem Handel wider, für die sich Putin wiederholt bei Xi Jinping bedankt habe.

Peking spielt nicht mit

Der Grund für den Erfolg dieses Umwegs ist schnell erklärt. Vita Spivak von der Beratungsfirma Gatehouse Advisory Partners zufolge geht der Großteil des Goldes weiter nach Festlandchina, das russisches Gold nicht sanktioniert hat. Hongkong sei seit Kriegsbeginn ein wichtiger Knotenpunkt im Handel zwischen Russland und China geworden. Für Gold biete die Stadt außerdem einen direkten Zugang zum größten Verbrauchermarkt der Welt.

Wer im Westen geglaubt hat, man könne ein so begehrtes Gut wie Gold einfach vom Weltmarkt nehmen, sieht sich getäuscht. Für Beobachter wirken die Sanktionen hier vor allem wie eine Umleitung. London verliert Marktanteile, Asien gewinnt sie.

Der Kampf um die Krone der Goldhändler

Hongkong war schon immer das Tor für Gold nach China. Rhona O'Connell vom Finanzdienstleister StoneX bezeichnet die Stadt als wichtigen Umschlagplatz. Zwar habe Shanghai in den letzten Jahren Marktanteile hinzugewonnen. Hongkong liefere sich aber ein Rennen mit Singapur um die Vorherrschaft als Drehkreuz und liege bei der Infrastruktur etwa sechs Monate vorne. Laut S&P Global hat Peking inzwischen weitere Importzentren wie Shenzhen und Peking selbst geöffnet, was den Anteil Hongkongs historisch gesehen verkleinert hat.

China hortet, und zwar auf allen Ebenen

Die russischen Lieferungen treffen auf ein Land im Goldrausch. Peking hat Gold zum „strategischen Mineral“ erklärt und wirbt bei privaten Haushalten offen für physische Barren als Wertspeicher. Auch die Notenbank kauft kräftig zu: Nach Daten von S&P Global stiegen Chinas offizielle Goldbestände im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 40 Tonnen. Das ist mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Charles Chang von S&P Global Ratings sagte CNBC, ob Notenbank oder Verbraucher, alle hätten zuletzt viel Gold gekauft. In unsicheren Zeiten wollten die Menschen ihre Ersparnisse schützen, und Gold sei dafür ein bewährtes Mittel.

Die Botschaft ist deutlich: Während Brüssel und Berlin auf neue Schulden und immer mehr Regulierung setzen, sichern Staaten wie China ihr Vermögen mit dem ältesten Geld der Welt ab. Viele deutsche Sparer dürften sich fragen, warum sie nicht dasselbe tun sollten. Physisches Gold und Silber können eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein, als Schutz in unsicheren Zeiten.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte sich vor einer Investitionsentscheidung selbst gründlich informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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