
Zins-Alarm an der Wall Street: US-Renditen klettern weiter!

Amerikas Staatsanleihen kommen nicht zur Ruhe. Am Montag sind die Renditen von US-Treasuries erneut gestiegen, die zehnjĂ€hrige Anleihe rentierte bei 5,11 Prozent. Investoren rechnen Inflation, Zinsen und Weltpolitik gegeneinander auf. FĂŒr Schuldner fĂ€llt diese Rechnung bitter aus.
Die Zahlen des Tages
Die Rendite der zehnjĂ€hrigen US-Anleihe legte um gut einen Basispunkt zu. Sie ist weit mehr als eine Börsenkennzahl, denn an ihr orientieren sich in den USA Hypotheken, Autokredite und Kreditkartenzinsen. Die 30-jĂ€hrige Anleihe, die besonders auf geopolitische ErschĂŒtterungen reagiert, kletterte ebenfalls um mehr als einen Basispunkt auf 5,448 Prozent.
Noch krĂ€ftiger zog die zweijĂ€hrige Note an. Sie folgt eng den Zinsentscheidungen der Notenbank und stieg um ĂŒber zwei Basispunkte auf 4,757 Prozent. Kurz zur Einordnung: Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozentpunkten. Kurse und Renditen bewegen sich gegenlĂ€ufig. Steigen die Renditen, verlieren bereits gehaltene Anleihen an Wert.
Das Niveau hat es in sich. Medienberichten zufolge erreichte die ZehnjÀhrige vor rund vier Wochen den höchsten Stand seit 2007. Das war das Jahr vor dem Lehman-Kollaps.
Das Inflationsgespenst ist zurĂŒck
Der Grund fĂŒr die NervositĂ€t sind die jĂŒngsten Preisdaten. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums (Bureau of Labor Statistics) stiegen die Erzeugerpreise im September um 6,3 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Einen gröĂeren Sprung gab es zuletzt 2022. Von Dow Jones befragte Ăkonomen hatten laut Berichten nur mit 5,5 Prozent gerechnet.
Auch die Verbraucherpreise lagen mit einem Plus von 3,7 Prozent ĂŒber den Prognosen. Das Ziel der Notenbank liegt bei zwei Prozent. Wer da noch von âvorĂŒbergehenderâ Inflation spricht, braucht viel Optimismus.
Ăl bleibt ĂŒber der 100-Dollar-Marke
Etwas Entlastung kam am Montag vom Ălmarkt. HĂ€ndler setzen darauf, dass mehr russisches Rohöl auf den Markt kommen könnte. Die US-Sorte WTI zur Lieferung im November verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 100,73 Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent fiel um 1,6 Prozent auf 108,13 Dollar.
Ein Grund zum Aufatmen ist das nicht. Noch im August kostete WTI Berichten zufolge rund 83 Dollar, damals schon belastet vom Iran-Konflikt und vom Streit um die StraĂe von Hormus. Teure Energie verteuert jede Lieferkette und heizt die Inflation weiter an.
Die Fed unter Warsh: Abwarten als Strategie?
Am 28. Oktober entscheidet die US-Notenbank unter ihrem Vorsitzenden Kevin Warsh ĂŒber den Leitzins. Laut dem FedWatch-Tool der CME rechnen HĂ€ndler mit ĂŒber 85 Prozent Wahrscheinlichkeit damit, dass der Offenmarktausschuss die Zinsen unverĂ€ndert lĂ€sst.
Bis dahin achten die MĂ€rkte auf neue Daten. Am Dienstag veröffentlicht das Census Bureau die Zahlen zu Baubeginnen und Baugenehmigungen fĂŒr September. Wie stark der Bau unter den hohen Zinsen leidet, zeigen Medienberichte: Die durchschnittliche 30-jĂ€hrige Festhypothek stieg zuletzt auf ĂŒber 7 Prozent.
Warum das auch deutsche Sparer betrifft
Was in New York passiert, bleibt nicht in New York. Steigen die Zinsen in der gröĂten Volkswirtschaft der Welt, wird Kapital an anderen Orten teurer. Das trifft auch eine Bundesregierung, die mit einem Sondervermögen von 500 Milliarden Euro neue Schulden in Rekordhöhe plant. Jeder zusĂ€tzliche Zinsprozentpunkt muss am Ende von den Steuerzahlern bezahlt werden.
Wer sein Vermögen gegen Inflation und Schuldenpolitik absichern will, sollte deshalb nicht allein auf Papierwerte setzen. Gold notierte am Montag Marktdaten zufolge bei rund 4.160 Dollar je Unze, und Notenbanken kaufen laut Berichten weiter zu. Physisches Gold und Silber eignen sich als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio, weil sie nicht vom Zahlungsversprechen eines Staates abhÀngen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
Kostenloses Live-Webinar
Der digitale Euro kommt
Was er fĂŒr Ihr Erspartes bedeutet und wie Sie jetzt vorsorgen.

DieterBohlen
ErnstWolff
Prof. Dr.Werner
Tom-OliverRegenauer
JochenStaiger
GeraldGrosz
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













