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16.10.2026
16:36 Uhr
KI-generiert

Wall-Street-Stratege warnt: Wochen der Angst stehen den Märkten bevor!

Wall-Street-Stratege warnt: Wochen der Angst stehen den Märkten bevor!
Symbolbild: KI-generiert

Die Party ist vorbei, zumindest vorerst. Michael Hartnett, Chefstratege der Bank of America, rechnet für die kommenden drei bis vier Wochen mit einer ausgeprägten Flucht aus riskanten Anlagen. Als Gründe nennt er eine mögliche Zinserhöhung der US-Notenbank Ende Oktober, die Nervosität vor den Zwischenwahlen im November und wachsende Zweifel am KI-Boom.

Gemeint ist das, was Börsianer „Risk Off“ nennen: Anleger trennen sich von Aktien, Krypto und anderen Wackelkandidaten und suchen sichere Häfen. Wie es nach den Tagen der Unruhe weitergeht, ist die große Frage dieser Wochen. Die Antwort des BofA-Strategen fällt ernüchternd aus.

Drei Prozent Realzins: Die neue Schwerkraft

Ein Sommer mit „extrem bullischer Stimmung“ sei zu Ende gegangen, heißt es laut Bloomberg in Hartnetts Mitteilung vom 15. Oktober. Der breite Ausverkauf an den globalen Anleihemärkten habe die inflationsbereinigten Renditen auf drei Prozent getrieben. Dazu kämen höhere Energiepreise und eine Inflation, die sich hartnäckig halte.

Warum ist das so wichtig? Realzinsen sind der eigentliche Preis des Geldes. Steigen sie, verlieren hoch bewertete Wachstumsaktien an Glanz, weil ihre fernen Gewinne heute weniger wert sind. Wer über Jahre auf billiges Geld gesetzt hat, merkt jetzt, wie schnell der Rückenwind drehen kann.

„Angesichts realer Renditen von 3 % tendieren wir in den nächsten drei bis vier Wochen weiterhin zur Risikoscheu.“

Warsh unter Druck: Zinserhöhung für die Glaubwürdigkeit?

Brisant ist Hartnetts Zinsprognose. Sein Team erwarte, dass die Federal Reserve im Oktober die Zinsen anhebe, um „die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen“. Schließlich liege die Inflation seit mehr als fünf Jahren über dem Ziel der Notenbank. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Fünf Jahre lang verfehlt eine der mächtigsten Institutionen der Welt ihren Kernauftrag.

Der Markt sieht es bislang anders. Swap-Händler hätten ihre Wetten auf eine Anhebung am Freitag sogar reduziert, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh nichts unternommen habe, um die Erwartung einer unveränderten Zinspolitik zu zerstreuen. Hartnett positioniert sich damit deutlich restriktiver als die Mehrheit.

Wahl-Beben in Washington?

Zusätzlichen Zündstoff liefert die Politik. Der Stratege sieht steigende Chancen für einen „wellenartigen“ Erdrutschsieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen Anfang November. Historisch ist es nichts Ungewöhnliches, dass die Partei des Präsidenten bei Midterms Federn lassen muss. Für Donald Trump könnte ein Machtverlust im Kongress jedoch die zweite Hälfte seiner Amtszeit erheblich erschweren, und Märkte hassen nichts so sehr wie politische Ungewissheit.

Die KI-Wette wackelt

Und dann ist da noch die künstliche Intelligenz. Anleger fragen sich zunehmend, ob die gigantischen Investitionen in KI-Infrastruktur und die dafür aufgenommenen Kredite jemals gerechtfertigt sein werden. Laut BofA, gestützt auf Daten von EPFR Global, verbuchten Technologiefonds 2026 annualisierte Rekordzuflüsse von 196 Milliarden US-Dollar. Wenn alle in dieselbe Richtung rennen, wird der Ausgang schnell eng.

Hartnett zieht daraus eine klare Konsequenz: Den Technologieanteil stocke man nicht auf. Stattdessen bevorzuge sein Team Titel, die von einem Höhepunkt der Renditen („Peak Yield“) profitieren könnten, etwa Nebenwerte, Immobilien-Investmentfonds und zyklische Konsumgüter. Ob diese Wette aufgeht, hängt allerdings davon ab, dass der Zinsgipfel tatsächlich erreicht ist. Und genau das ist alles andere als sicher.

Was bleibt für den Sparer?

Der US-Leitindex S&P 500 hat sich seit seinem Tief von rund 666 Punkten im März 2009 vervielfacht. Eine Rally dieses Ausmaßes, angetrieben von billigem Geld und Zukunftsfantasien, trägt das Risiko harter Rückschläge in sich. Gold steht wegen der steigenden Renditen zwar kurzfristig unter Druck, Medienberichten zufolge kaufen Notenbanken aber weiter kräftig zu. Sie wissen offenbar, was sie tun.

Wer sein Vermögen nicht allein dem Auf und Ab von KI-Euphorie, Notenbank-Launen und Wahlkampfgetöse ausliefern möchte, sollte breit streuen. Physisches Gold und Silber können dabei eine sinnvolle Beimischung sein: ohne Gegenparteirisiko und unabhängig davon, wer in Washington gerade regiert.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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