
Raketen auf Riad: Plötzlich stehen sogar Moskau und Peking an Saudi-Seite!

Der UN-Sicherheitsrat hat am Donnerstag in New York die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien verurteilt, und zwar âin den stĂ€rksten AusdrĂŒckenâ. Die ErklĂ€rung kam einstimmig zustande, also mit den Stimmen aller 15 Mitglieder. Das schlieĂt Russland und China ein, die bei Huthi-Fragen sonst lieber schweigen.
Blutige Tage am King Khalid Airport
Konkreter Anlass sind die SchlĂ€ge vom 10. und 11. Oktober auf den internationalen Flughafen King Khalid in Riad. Die PrĂ€sidentschaftserklĂ€rung mit dem Aktenzeichen S/PRST/2026/4 nennt sie ausdrĂŒcklich ârĂŒcksichtslosâ. Nach Angaben des Rates starben dabei 13 Menschen, mehr als 300 wurden verletzt. Die saudische Regierung spricht Medienberichten zufolge sogar von 17 Toten.
Die vom Iran unterstĂŒtzten Huthis beherrschen den Norden des Jemen. Berichten zufolge haben sie den Flughafen der saudischen Hauptstadt seit Anfang Oktober rund 20 Mal angegriffen. Getroffen wurden auĂerdem weitere FlughĂ€fen und Anlagen des Ălkonzerns Saudi Aramco. Beobachter sprechen vom schwersten Angriff auf saudisches Staatsgebiet seit mehr als zehn Jahren.
Ein Waffenstillstand, der zerbrochen ist
Was steckt dahinter? Die von der UN vermittelte Waffenruhe von 2022 zwischen den Huthis und der saudisch gefĂŒhrten MilitĂ€rkoalition ist nach Analysen von UN-Beobachtern seit Juli 2026 zusammengebrochen. Auslöser war der Streit um die Luft- und Seeblockade, die die Koalition seit Jahren gegen das Huthi-Gebiet aufrechterhĂ€lt.
Die Miliz rief daraufhin ihrerseits eine Seeblockade gegen Schiffe mit Saudi-Bezug aus. Seitdem greift sie wieder Frachter im Roten Meer an. FĂŒr Europas Handel ist das ein Albtraum. Durch die Meerenge Bab al-Mandab lĂ€uft eine der wichtigsten Routen zwischen Asien und dem Suezkanal.
Was der Rat verlangt und was das Papier wert ist
Die ErklÀrung enthÀlt mehrere Kernpunkte:
- Saudi-Arabien wird das âinhĂ€rente Rechtâ auf Selbstverteidigung nach Völkerrecht bestĂ€tigt.
- Angriffe und Drohungen gegen die Schifffahrt im Roten Meer werden verurteilt.
- Alle Staaten sollen das Waffenembargo aus Resolution 2216 (2015) vollstÀndig umsetzen.
- Die Huthis sollen ihre militÀrische Eskalation sofort beenden.
Dazu kommt ein Bekenntnis zu einer politischen Lösung unter jemenitischer FĂŒhrung und RĂŒckendeckung fĂŒr UN-Sondergesandten Hans Grundberg. Dauerhafter Frieden lasse sich nicht mit Gewalt erzwingen, heiĂt es in dem Text. Ein schöner Satz. Aber hĂ€lt sich in Sanaa jemand daran? Rechtlich bindend ist eine PrĂ€sidentschaftserklĂ€rung nĂ€mlich nicht. Sie hat politisches Gewicht, mehr nicht.
Warum die Einigkeit trotzdem auffÀllt
Ungewöhnlich ist die ErklÀrung allemal. Nach UN-Angaben ist es die erste PrÀsidentschaftserklÀrung zum Jemen seit August 2019. Und im Sicherheitsrat wird immer weniger Einigkeit erzielt: 2024 wurden noch etwa 65 Prozent der Resolutionen einstimmig beschlossen, 2025 nur noch rund 61 Prozent. Im Durchschnitt des vergangenen Jahrzehnts lag dieser Wert bei 80 Prozent.
Russland soll in den Verhandlungen versucht haben, den Text abzuschwĂ€chen, vor allem bei der ausdrĂŒcklichen Zuordnung der Angriffe auf Schiffe. Am Ende habe Moskau aber zugestimmt, auch weil eine von ihm angeregte Passage zur politischen Lösung aufgenommen wurde. Riad begrĂŒĂte die ErklĂ€rung umgehend.
Ein VerbĂŒndeter mit wenig Freunden
MilitĂ€risch steht das Königreich trotzdem weitgehend allein da. Kritiker halten die oft beschworene âislamische NATOâ fĂŒr einen Papiertiger, und auch der Westen hĂ€lt sich auffĂ€llig zurĂŒck. Berichten zufolge soll Riad inzwischen sogar in Peking um UnterstĂŒtzung gebeten haben. Die Diplomatie liefert Worte. Die Raketen fliegen weiter.
Unruhe am Golf, Sorgen an den MĂ€rkten
FĂŒr Anleger ist die Lage heikel. Angriffe auf Aramco-Anlagen, bedrohte Tanker und eine wackelnde Schifffahrtsroute können Ălpreis, Frachtkosten und Inflation schnell nach oben treiben. In solchen Phasen zeigt sich der Wert von physischem Gold und Silber. Sie hĂ€ngen an keinem Versprechen einer Regierung und gelten seit Jahrhunderten als Absicherung in Krisen, deshalb passen sie als Beimischung in ein breit gestreutes Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst, bevor Sie investieren. FĂŒr Ihre Anlageentscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.
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